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Mitt Romney

In den·USA hat die Religion im öffentlichen Leben ja doch einen etwas anderen Stellenwert als bei uns. Das bringt uns momentan in die Lage, eine ganz interessante Debatte von außen zu verfolgen. Unter den Kandidaten der Republikaner für die Präsidentschaft findet sich auch ein Mormone: Mitt Romney.

Witzig ist, aus wie vielen verschiedenen Positionen Romney für seine Religion auf den Kopf kriegt. Für die einen ist er nicht christlich genug, für die anderen viel zu sehr. Um konkrete Glaubensinhalte geht es aber leider wenig, weil sich die Wenigsten mit den schmutzigen Details auskennen. Andere finden, das Thema eigne sich von vornherein nicht für politische Schlammschlachten, weil das ja doch eine sehr persönliche Sache sei und von vornherein keiner inhaltlichen Auseinandersetzung zugänglich. Und Romney und die Kirche selbst üben sich nur in Marketing.

Ein Journalist hat jetzt anscheinend mehrfach auf den Sack gekriegt, weil er Romney aufgrund seines öffentlichen Bekenntnisses zu seinem Glauben attackiert hat. Darauf hat er wiederum geantwortet:

The more you know about Romney's religion, the more you want to ask him questions about it. Your religion was founded by an alcoholic criminal named Joseph Smith who committed bank fraud and claimed God told him polygamy was cool after his first wife caught him having an affair with the maid and who then went on to have 33 wives, and you really believe every word that he said and wrote? Do you really believe that the American Indian is genetically descended from Israelites? Would it shake your belief if DNA testing showed no such relationship between Indian tribes and Jews? Do you really believe that Jesus Christ came to America? Do you really believe that your possible general election opponent, Barack Obama, is black because his people turned away from God? Are you in favor of big increases in federal funding for Missouri or turning the site of the Garden of Eden into a national park?

Da stellt sich dann doch die Frage, wo die religiöse Toleranz aufhört. Bei mir setzt sich so langsam die ernsthafte Auffassung durch, dass sich Menschen jedweden Glaubens durchaus gefallen lassen müssen, wenn ihre Überzeugungen in allgemeine Kritik an ihrer Person einfließen.

(An dem Artikel sieht man leider übrigens schön, dass Zeitungsblogger ein Problem haben: sie wollen oder dürfen anscheinend keine Links auf Konkurrenzangebote setzen. Auf sechs Bildschrimseiten Text nur ein einziger Link. Und der zeigt aufs eigene Angebot.)

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